Unser Kita-Konzept

Die Natur- und Waldkita Dambecker Seen soll Kindern die Möglichkeit geben, sich frei, geborgen und unbeschwert zu entwickeln. Die Natur, sowie einfühlsame und speziell geschulte Pädagogen unterstützen die Kinder beim Entdecken, Lernen und Wachsen. In der Natur mit ihren Jahreszeiten und Gegebenheiten erleben Kinder wichtige Kreisläufe und Vorgänge des Lebens, der Veränderung, aber auch der Stabilität und des Wachstums. Heutzutage strömen auf die Kinder unglaublich viele Reize ein. Wir sehen unseren Kindergarten auch als Gegenpol zur permanenten Reizüberflutung.

 

Die Organisation des Kindergartens

Wir nehmen Kinder vom dritten Lebensjahr bis zum Eintritt in die Schule auf. Es gibt eine Gruppe mit mindestens 15, maximal 18 Kindern. Zwei Erzieher betreuen immer zeitgleich die Gruppe. Öffnungszeiten: 8-16 Uhr. Wir bieten eine 8h-Ganztagsbetreuung an. Die Kinder können ihren Mittagsschlaf in der Schutzhütte in einem Schlafraum halten. Die Kinder, die nicht schlafen, werden extra betreut.

Die Schließzeiten sind drei Wochen in den Sommerferien, einige Brückentage sowie an Weihnachten und Neujahr.

 

Die Kosten

Für die Eltern fallen laut dem neuen KiföG (gültig ab 1.1.2020), die Elternbeiträge für den Kindergarten weg. (Der Beitrag setzt sich nun wie folgt zusammen: 54,5% Land MV, 32% Gemeinde, Landkreis NWM 13,5%.) Für die Eltern fallen Kosten für das Mittagessen und die Zwischenmahlzeiten, orientiert an den Vorgaben vom Fachdienst Jugend an. Die monatliche Essen-Pauschale beträgt derzeit 100 Euro pro Monat. Die Mitgliedschaft im Verein kostet 50 Euro im Jahr. Wir erheben zusätzlich eine jährliche Gebühr in Höhe von 10 Euro für das Portfolio.

zwischen Dambeck und Bobitz - der Tannenberg, bekannt als Sandberg
Blick vom Sandberg auf den Dambecker See

Die Orte    

Der Sandberg: An festen Tagen in der Woche treffen sich Kinder und Erzieher am sogenannten Sandberg, der zwischen Bobitz und Dambeck liegt. Dort gibt es ein sehr vielseitiges Gelände (Feldrand, Wiesen, Wald, Sandkuhle,…)

Dambeck: In 800 Meter Entfernung zum Sandberg gibt es eine Schutzhütte mit Schlaf- und Essbereich, eine Draußenküche, Trockentoilette und Waschmöglichkeit. Außerdem bietet das Grundstück einen Nutzgarten, in dem Kindern naturgemäßes Gärtnern nahegebracht werden soll, mit Obststräuchern, Bäumen, Kompost, Blühwiesen, wilden Ecken sowie Lebensräumen und Nistplätzen für Tiere, wie z. B. Igel und Insekten. Auf dem Nachbargrundstück, dem alten Gutspark, gibt es Baumgruppen und eine Uferzone mit Schilfgürtel, die wir in Abstimmung mit dem Grundstückseigentümer, der Landesforst, nutzen dürfen.

Naturschutzgebiet Dambecker Seen: Zwei Seen, bis zu tausende Zugvögel, Seeadler, Schwäne, Kraniche, natürliche Wiesen, Wege und alte Bäume etc. gibt es dort. Das Naturschutzgebiet grenzt an die Schutzhütte und bietet viele Möglichkeiten, um Natur und Tiere zu erkunden und kennenzulernen.

Dambeck und Umgebung: In unmittelbarer Nachbarschaft können die Kinder zum Beispiel die Kirche und das Pfarrhaus besichtigen, einen Kuhstall besuchen oder in einem Gewächshaus die Tomatenaufzucht beobachten.

 

Die Rolle der ErzieherInnen

Unsere Erzieherinnen sind engagierte und interessierte Interaktions- und Kommunikationspartner. Sie beobachten aufmerksam, hören aktiv zu und gehen mit den Kindern auf die Suche nach Neuem. Dabei verstehen sie sich nicht als „Besserwissende“, sondern begleiten die Kinder ko-konstruktiv und stellen eher Fragen, als dass sie Antworten geben. Kinder und Erzieherinnen lernen mit und voneinander und versuchen, gemeinsam den Geheimnissen der Welt auf den Grund zu gehen, Antworten auf ihre Fragen zu finden und Hindernisse zu überwinden.

Konkret gestaltet sich die Arbeit unserer Erzieherinnen an einem normalen Tag im Wald oder an unserem Platz folgendermaßen: Die Pädagoginnen sind Teil der Gruppe. Dabei ist immer eine Erzieherin dafür zuständig die Gruppe im Blick zu haben und bei Bedarf Kinder zu trösten, bei Streitigkeiten zu vermitteln und Ansprechpartner für jegliche Art von Fragen und Wünschen zu sein. Die andere Erzieherin kann sich entweder eine eigene Aufgabe oder Aktivität suchen, bei der die Kinder nach Lust und Laune einsteigen können (beispielsweise Schnitzen, Musizieren, ein Buch lesen) oder schaut einfach wohin es die Kinder treibt und gesellt sich dann dazu um den Prozess des entdeckenden Lernens zu unterstützen und wahrnehmend zu beobachten.

 

Tagesablauf

8-16 Uhr Kernzeit

So könnte ein Tag im Waldkindergarten aussehen:

8:00 – 8:20 Uhr: Die Kinder werden von den Betreuungspersonen in den Kindergarten gebracht.
8:30 Uhr: Morgenkreis
9:00 – 9:30 Uhr: Frühstück
9:30 – 11:30 Uhr: Spiel- oder Projektzeit
12:00 Uhr: Mittagessen
12:30 -13:30 Uhr: Mittagsschlaf/Ruhepause
13:30 -14:00 Uhr: Abholzeit bei Teilzeitkindern
14:00 – 16:00 Uhr: Spiel- oder Projektzeit

Dieser Tagesablauf ist eine Richtlinie und wird entsprechend der Bedürfnisse der Kinder, bzw. der Gruppe, variieren können.

 

Umsetzung der Bildungskonzeption des Landes Mecklenburg- Vorpommern
Beispiele für die Umsetzung der Bildungskonzeption in M-V:

Alltagsintegrierte Sprachbildung und Kommunikation:

Die Pädagogen dienen als Vorbild. Zwischen ihnen und den Kindern findet eine gezielte

Kommunikation statt. Draußen in der Natur findet ein reger Austausch an Informationen statt. Kinder erklären sich Pflanzen, beobachten Vögel, rufen vor Begeisterung, wenn sie Tiere sehen. Durch den Verzicht von vorgefertigtem Spielzeug entsteht ein reger Austausch, Kreativität und Kommunikation, zum Beispiel darüber, was die Dinge (Gräser, Stöcke, Steine,…) alles sein könnten. Diese Semantiken

können immer wieder neu verhandelt werden. Sprache und Wahrnehmung stehen in der freien Natur in einem spezifischen Wechselspiel (Spuren, Zeichen lesen etc.) Teilnahme an dem Landesprogramm „Meine Heimat- mein modernes Mecklenburg-Vorpommern“. Im Zuge dessen gibt es die „Heimatschatzkiste“, die wir gerne nutzen möchten. Darüberhinaus können, je nach Interesse, die Welt und ihre Sprachen, Länder und Sitten behandelt werden. Auch Körpersprache gehört zum Thema Kommunikation: „Wie teile ich mich anderen Kindern mit, was sagt meine Körperhaltung, wie geht es mir, wenn ich wütend oder fröhlich bin?“ Wie diskutiere ich Probleme oder Konflikte? Tanzen als Ausdruck von Kommunikation…Zum festen Bestandteil im Kindergartenalltag gehören natürlich Bücher sowie Mal- und Bastelmaterial, aber auch Singen, Tanzen, Gedichte und Lieder lernen und hören, Geschichten erzählen und Tischsprüche. Sprachliche Fähigkeiten (z. B. Ausdruck, Wortschatz, etc.) sollen gestärkt werden. So gibt es beispielsweise Vorlesepaten aus dem Dorf, Theater in und mit der Kirche, Waldprotokolle (was habe ich heute gesehen), Musik und Rhythmik. Die Erzieher dienen als sprachliches Vorbild, was sich sowohl in ihrer Wortwahl untereinander als auch mit den Kindern widerspiegelt, sie sprechen mit den Kindern, erklären, korrigieren fehlerhafte Aussprache, tanzen, lachen, flüstern, singen…

Musik, ästhetische Bildung und bildnerisches Gestalten

Singen und Tanzen gehören zum Alltag im Kindergarten. Basteln, Malen, Werken, Bauen, (plastische) Gestaltung im Garten mit Materialien aus der Natur und mit klassischen Materialien. Die Natur bietet vieles an: Flechten mit Weidenruten, mit Stöcken, Kreise im Sand ziehen, Blätter und Blüten sammeln, um daraus etwas zu gestalten etc.

Körper, Bewegung, Gesundheit und Prävention

In der Natur bieten sich die unterschiedlichsten Bewegungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel

Klettern, Laufen, Kriechen, Hüpfen, Schleichen, Fange spielen, Verstecken, Schwingen, Rollen

und Kullern…Durch die langen Spaziergänge wird die Kondition, Ausdauer und Fitness der Kinder gestärkt. Zielgerichtete Bewegungen lassen sich überall lernen und umsetzen. Zum Beispiel bei der

Gartenarbeit u. a. beim Reihen ziehen, pikieren, ernten. Schulung der Feinmotorik, zum Beispiel wenn kleine Tiere in die Hand genommen werden oder Ketten aus Eicheln und Kastanien gefädelt werden. Kinder können Blätter sammeln, trocknen und aufkleben. Auch bei der Gartenarbeit lassen sich zahlreiche feinmotorische Fähigkeiten erlernen, zum Beispiel beim Samen säen aber auch beim Naschen von Johannisbeeren, Himbeeren oder Brombeeren. In der benachbarten Holzwerkstatt können die Kinder werken.Wir haben die Möglichkeit Kinderyoga anzubieten. Die Kinder halten sich überwiegend an der frischen Luft auf. Das fördert die Gesundheit und Bewegung und stärkt das Abwehrsystem. Gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei uns, zudem bieten wir Essen in Bioqualität an, welches frei von „Industriezucker“ ist. Die Kinder können die Lebensmittel ernten und verarbeiten, die sie selbst gesät oder gepflanzt haben. Das ist Teil des pädagogischen Konzepts. Das Gärtnern ist einer unserer Schwerpunkte.

 

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Wir als Team des Kindergartens wollen gemeinsam mit den Familien der Herausforderung nachkommen, die Kinder optimal zu begleiten und sie in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen. Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass sich alle kleinen und großen Menschen bei uns wohl und wertgeschätzt fühlen.

Um unsere pädagogische Arbeit möglichst transparent zu gestalten und den Familien einen Einblick in den Kindergartenalltag ihrer Kinder zu ermöglichen, nutzen wir vielfältige Methoden und

Kanäle, wie zum Beispiel:

    • regelmäßige Elternpost (bei uns per Mail)
    • Tür- und Angelgespräche
    • Entwicklungsgespräche (bieten wir einmal jährlich an)
    • Elterngespräche (bei Bedarf können zusätzliche Elterngespräche vereinbart werden)
    • Elternabende (mindestens zweimal jährlich)
    • Elternbegleitung bei Ausflügen
    • Elternbeirat (jährlich bei der Elternversammlung von allen anwesenden Eltern gewählt)

Übergänge

Bei der Eingewöhnung in den Kindergarten orientieren wir uns an dem Berliner Modell. Dabei spielen die Eltern eine wichtige Rolle. Sie begleiten ihr Kind die erste Zeit in den Kindergarten, bis dieses Vertrauen in die neue Bezugspersonen aufgebaut hat.

Um den Übergang der Kinder in die Schule möglichst reibungslos zu gestalten, bemühen wir uns, gute Kooperationen mit der örtlichen Grundschule zu entwickeln und zu erhalten.

 

Impfpflicht

Das Masernschutzgesetz, welches ab dem 01.03.2020 in Kraft getreten ist, wird so umgesetzt, wie vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit gefordert Ansonsten kann keine Aufnahme der Kinder oder eine Anstellung der Pädagogen erfolgen, zusätzlich müssen die Behörden informiert werden. Grundsätzlich müssen die Eltern den Impfausweis sowie das U-Heft mit dem Nachweis über die letzte Früherkennungsuntersuchung vorzeigen.

 

Vollverpflegung

Wir bieten ein ausgewogenes und gesundes Mittagessen in Bioqualität an. Wir verzichten auf Fleisch und Fisch. Eier, Obst und Gemüse kommen aus der Region. Genauer: Aus der SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft) „Lebendiger Landbau“ in 23936 Boienhagen (www.lebendigerlandbau.de). Das Gut Saunstorf (www.kloster-saunstorf.de), welches dem Kindergarten die Mittagsmahlzeiten täglich frisch zubereitet, bezieht von dort die Lebensmittel. Das Essen ist wenig gewürzt, enthält keine Zusatzstoffe und keinen Zucker. Das Mehl ist überwiegend aus Dinkel. Zum zweiten Frühstück und Vesper gibt es hauptsächlich Obst und Gemüse (auch aus dem eigenen Garten) sowie Müslis, Aufstriche und Gebäck.

 

UNESCO Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Wir als Trägerverein des Natur- und Waldkindergartens sind davon überzeugt, dass eine nachhaltige Lebensweise nicht nur irgendeine schöne Idee ist, sondern absolut elementar, um unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Dementsprechend ist es unser erklärtes Ziel, das Thema Nachhaltigkeit bei all unseren Aktivitäten und Projekten im Blick zu haben, egal ob beim Bau unserer Schutzhütte, bei der Versorgung unserer Kindergartenkinder oder bei unseren diversen Veranstaltungen. Und genauso selbstverständlich soll Nachhaltigkeit auch in unserem Kindergarten und unserem pädagogischen Alltag eine wichtige Rolle spielen. Wir sind Vorbild für die Kinder und müssen auch deshalb immer wieder unser eigenes Verhalten reflektieren und auf Nachhaltigkeit kontrollieren.

In unserem Kindergarten haben die Kinder die Möglichkeit, eine intensive emotionale Beziehung zur Natur und ein altersentsprechendes ökologisches und soziales Bewusstsein zu entwickeln. Wir schaffen den entsprechenden Rahmen, um die Selbstbildungsprozesse der Kinder und den Aufbau ihrer Selbst- und Sozialkompetenz zu unterstützen und hoffen, damit ein Fundament zu legen, was sie dazu befähigt, ihre Zukunft aktiv und verantwortungsvoll zu gestalten. Themen, wie Wasser und Energiekreisläufe, Natur- und Artenschutz sowie Gerechtigkeit wollen wir nicht nur auf spielerische Weise mit den Kindern bearbeiten, sondern auch im Alltag erfahrbar machen. Unser Bildungskonzept ist an der Bildungsdekade der Vereinten Nationen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerichtet.

 

Projektarbeit/Kooperationen

Projekte stellen einen wichtigen Punkt in der pädagogischen Arbeit und unserem Konzept dar. Ausgehend von den Kindern, können wir verschiedene Themen aufgreifen, die die Kinder von selbst einbringen und die dann weiterverfolgt werden können. Darüber hinaus bietet unsere Region viele spannende und schöne Themen. Mit ihnen können wir folgende Bereiche abdecken

(Auswahl)

  • Landwirtschaft/Tierhaltung
  • Natur und Umwelt
  • Permakultur/Garten
  • Bauen/Handwerk
  • Hauswirtschaft/Kochen/Backen

Wir haben verschiedene Kooperationspartner finden können, die mit uns zusammen arbeiten wollen (Auswahl):

  • Naturschutzwart vom Naturschutzgebiet Dambecker Seen
  • Produktgestalterin Josefine Peters (will regelmäßig mit den Kindern bauen/ handwerkern)
  • Vorlesepaten (Seniorinnen möchten gerne vorlesen, auch auf Platt)
  • Besuch der Kirche und des Pfarrhauses
  • Besuch der landwirtschaftlichen Betriebe in der Nachbarschaft
  • Mit dem Dambecker Jäger unterwegs (Spuren lesen…)
  • „Kleine Waldschule“ mit unseren Nachbarn, der Landesforst
  • Gärtnern mit den Profis (Die Initiative „Natur im Garten“ unterstützt uns)

     

Schlusswort

Wir wünschen uns, dass die Kinder glücklich sind, Spaß haben und gerne zu uns kommen, dass sie etwas für ihr Leben lernen und selbstständig und neugierig in die Welt gucken, die sie lernen zu schützen und zu achten. Wir wollen sie beim „Großwerden“ stärken und begleiten.